Warum die Messunsicherheit über die Verkehrsfähigkeit entscheidet

Jedes Laborergebnis ist nur eine Schätzung des wahren Wertes. Die Messunsicherheit quantifiziert diesen "Zweifelsbereich" und ist die rechtliche Grundlage für eine faire und wissenschaftlich fundierte Bewertung von Pestizid-Rückständen.

Sie erhalten einen Prüfbericht und sehen ein Ergebnis, das knapp über dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Die erste Reaktion: Das Produkt ist nicht verkehrsfähig und muss gesperrt werden. Doch dieser Schluss ist oft voreilig und potenziell falsch. Der Schlüssel zu einer korrekten Bewertung liegt in einer kleinen, aber entscheidenden Angabe auf dem Bericht: der Messunsicherheit (MU).

Die Berücksichtigung der Messunsicherheit ist keine akademische Spitzfindigkeit oder eine "Nettigkeit" des Labors. Sie ist eine zwingende Anforderung der ISO-Norm 17025 für akkreditierte Labore und die Grundlage für jede faire, rechtlich haltbare Konformitätsbewertung in der EU. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, warum keine Messung jemals perfekt ist und wie die korrekte Anwendung der Messunsicherheit darüber entscheidet, ob ein Produkt gesperrt werden muss oder weiterhin als konform gilt.